{"id":14859,"date":"2018-01-19T13:41:14","date_gmt":"2018-01-19T12:41:14","guid":{"rendered":"https:\/\/jungfreisinnige.ch\/redesign-jfzh\/?p=14859"},"modified":"2021-10-02T13:42:15","modified_gmt":"2021-10-02T11:42:15","slug":"ist-das-umlageverfahren-wirklich-so-gut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/jfzh.ch\/ist-das-umlageverfahren-wirklich-so-gut\/","title":{"rendered":"Ist das Umlageverfahren wirklich so gut?"},"content":{"rendered":"
Gerne wird nicht nur die AHV, sondern insbesondere das Umlageverfahren als Meilenstein des Schweizer Sozialstaates angepriesen. Zweifellos profitiert die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung davon, weil sie ohne Umverteilung eine zu geringe Rente h\u00e4tte. Doch Moment\u2026 stimmt das wirklich?<\/p>\n
Ein kleines Gedankenspiel<\/strong><\/b><\/p>\n Was w\u00e4re, wenn die AHV nicht nach dem Umlageverfahren, sondern nach dem Kapitaldeckungsverfahren organisiert w\u00e4re? Sprich: Jeder spart f\u00fcr sich und zahlt die Beitr\u00e4ge auf ein eigenes Konto ein (analog unserem Pensionskassensystem).<\/p>\n Eine Person, die 2014 mit 65 pensioniert wird, hat w\u00e4hrend ihres Erwerbslebens einen durchschnittlichen Lohn erhalten (2013 rund 6’100 CHF brutto pro Monat) und jeweils die gewohnten 8,4% in die AHV einbezahlt. Nach der Pensionierung erh\u00e4lt sie eine AHV-Rente von etwa 2\u2019150 Franken pro Monat. Sch\u00f6n. W\u00e4ren die 8,4% aber stattdessen in eine kapitalgedeckte AHV geflossen, w\u00e4re die Rente mit \u00fcber 2’700 Franken deutlich h\u00f6her gewesen \u2013 dies wegen des Kapitalertrags an den Finanzm\u00e4rkten. F\u00fcr den Durchschnittsschweizer w\u00e4re das Kapitaldeckungsverfahren also deutlich besser.<\/p>\n Was ist mit einkommensschwachen Personen?<\/strong><\/b><\/p>\n Eine Person, die nur 4’200 Franken pro Monat verdient, erh\u00e4lt eine AHV-Rente von etwa 1\u2019850 Franken pro Monat. Dieselbe Person erhielte mit der kapitalgedeckten Variante ebenfalls rund 1’850 Franken pro Monat. Verlierer der kapitalgedeckten L\u00f6sung w\u00e4ren somit jene, die weniger als 4’200 Franken pro Monat verdienen und solche, die einen l\u00e4ngeren Erwerbsunterbruch hatten (z. B. geschiedene Frauen mit Kindern).<\/p>\n Also doch keine gute L\u00f6sung?<\/strong><\/b><\/p>\n Doch. Denn die heutigen AHV-Renten k\u00f6nnen nur ausbezahlt werden, weil der Bund insgesamt rund einen Viertel der Kosten (etwa 11 Mrd. CHF) tr\u00e4gt. Das heisst, mit einer kapitalgedeckten AHV w\u00fcrden beim Bund 11 Mrd. Franken frei \u2013 pro Jahr! Ein Teil dieses Geldes muss zwingend f\u00fcr einkommensschwache Personen eingesetzt werden, damit auch diese eine h\u00f6here Rente erhalten als mit der heutigen L\u00f6sung.<\/p>\n Die AHV w\u00e4re neu also nicht mehr nach dem heutigen Giesskannenprinzip organisiert. Denn heute erh\u00e4lt jeder – auch der Million\u00e4r – eine AHV. Neu w\u00fcrden nur noch Bed\u00fcrftige gezielt unterst\u00fctzt – wie es eigentlich im Schweizer Sozialsystem \u00fcblich ist.<\/p>\n F\u00fcr die gezielte Unterst\u00fctzung ist nur ein Teil der 11 Mrd. Franken n\u00f6tig. Mit dem grossen Rest k\u00f6nnen Steuern und Abgaben gesenkt werden, wovon alle profitieren.<\/p>\n Warum wird es also bisher nicht umgesetzt?<\/strong><\/b><\/p>\n Trotz der klaren Vorteile des Kapitaldeckungsverfahrens wagt bisher nur Chile diesen Schritt. Denn problematisch ist insbesondere die Umstellung vom Umlage- zum Kapitaldeckungsverfahren. Diese Umstellung ist nur dann sozialvertr\u00e4glich m\u00f6glich, wenn die \u00dcbergangsfrist sehr grossz\u00fcgig gew\u00e4hlt wird (in Chile dauert sie bis Mitte dieses Jahrhunderts).<\/p>\n Dennoch sind wir der Meinung, dass dies kein Hindernis sein darf. Wir fordern deswegen den Bundesrat auf, eine L\u00f6sung aufzuzeigen, wie die Schweiz den Schritt vom Umlage- zum Kapitaldeckungsverfahren vollziehen kann \u2013 denn von einer AHV, die nach dem Kapitaldeckungsverfahren statt dem Umlageverfahren organisiert ist, profitieren wir alle.<\/p>\n Patrick Eugster, Vorstand Jungfreisinnige Kanton Z\u00fcrich<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div> Luis Deplazes<\/strong> 078 604 12 94 Sandro Frei<\/strong>Kontakt<\/h2><\/div><\/div><\/div>
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\nPr\u00e4sident, Z\u00fcrich<\/p>\n
\nluis.deplazes@jfzh.ch<\/a><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>
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\nVizepr\u00e4sident, Z\u00fcrich<\/p>\n