{"id":15673,"date":"2006-11-01T12:00:20","date_gmt":"2006-11-01T11:00:20","guid":{"rendered":"https:\/\/jungfreisinnige.ch\/redesign-jfzh\/?p=15673"},"modified":"2022-09-18T17:08:25","modified_gmt":"2022-09-18T15:08:25","slug":"la-2006","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/jfzh.ch\/la-2006\/","title":{"rendered":"2006: Obwaldner Bev\u00f6lkerung"},"content":{"rendered":"
Der Liberal Award 2006 ging an die gesamte Obwaldner Bev\u00f6lkerung. Die Z\u00fcrcher Jungfreisinnigen w\u00fcrdigten damit den mutigen und vielbeachteten Entscheid der Obwaldner Stimmberechtigten f\u00fcr das neue Steuersystem.<\/p>\n
Der Preis wurde am 16. November 2006 vom Pr\u00e4sidenten der Jungfreisinnigen, Thomas G. Albert, dem Obwaldner Landammann \u2013 stellvertretend f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung \u2013 in Sarnen \u00fcbergeben. Vorg\u00e4ngig zur Preisverleihung fand zudem die Gr\u00fcndung der Jungfreisinnigen Kanton Obwalden statt.<\/p>\n
Warum ein Liberal Award f\u00fcr Obwalden?<\/p>\n
Der Kanton Obwalden wird wie manche seiner Innerschweizer Nachbarkantone zu einem steuerg\u00fcnstigen Kanton. Die Stimmberechtigten haben am 11. Dezember 2005 das neue Steuergesetz mit einer Mehrheit von 86 Prozent angenommen. Der Kanton hofft nun auf den Zuzug von Verm\u00f6genden und kapitalkr\u00e4ftigen Firmen. Mit dem neuen Steuergesetz wird Obwalden auf einen Schlag vom Hoch- zum Tiefsteuerkanton. Dank einem Gewinnsteuersatz von 6,6 Prozent zahlen Firmen nun nirgends in der Schweiz weniger Steuern.<\/p>\n
Auch die Privaten profitieren: Wer bis 70\u2019000 Franken verdient, zahlt k\u00fcnftig acht bis zehn Prozent weniger Steuern. Einkommen bis 300\u2019000 Franken werden um bis zu sechs Prozent entlastet. Noch besser sieht es f\u00fcr die Superreichen aus: Ab einem Einkommen von 300\u2019000 Franken schrumpft der Steuersatz kontinuierlich von 2,35 Prozent auf bis zu 1,0 Prozent. Anstatt der sonst \u00fcblichen Progression setzt Obwalden auf Degression. Die Verm\u00f6genssteuer wird um mindestens 30 Prozent gesenkt.<\/p>\n
Der Regierungsrat zeigte sich nach der Volksabstimmung zufrieden mit dem Resultat. Dieses mache deutlich, dass die grosse Mehrheit der Bev\u00f6lkerung den Schritt in die Zukunft mittrage. Der Regierungsrat sei sich bewusst, dass tiefe Steuern allein nicht gen\u00fcgten, um den Kanton Obwalden vorw\u00e4rts zu bringen. Als n\u00e4chstes werde nun ein neues Kantonsmarketing eingef\u00fchrt und das neue Raumordnungskonzept umgesetzt. Mit dem neuen Gesetz schliesst Obwalden zu den finanzstarken Kantonen Nidwalden, Schwyz und Zug auf. Laut Regierung profitieren alle vom neuen Gesetz. Schon kurz- bis mittelfristig sollten Kanton und Gemeinden mehr Ertr\u00e4ge als heute generieren k\u00f6nnen. Die vor\u00fcbergehenden Ausf\u00e4lle werden durch einen speziellen Ausgleichsfonds abgegolten. Dieser enth\u00e4lt 23,5 Millionen Franken aus dem Kantonsanteil an den verkauften Goldreserven des Bundes, die den Gemeinden in Form von zinslosen Darlehen zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Wenn die Rechnung aufgeht und Zuz\u00fcger die Ausf\u00e4lle kompensieren, sollen die Steuern in einem zweiten Schritt weiter gesenkt werden.<\/p>\n
Das Gesetz war im Vorfeld von linker Seite als Kniefall vor den Reichen kritisiert worden. Im Kantonsrat wurde es aber mit nur vier Gegenstimmen bei 39 Bef\u00fcrwortern verabschiedet. In der Volksabstimmung stellten sich s\u00e4mtliche Gemeinden hinter die Vorlage. 8623 Ja-Stimmen standen 1368 Nein-Stimmen gegen\u00fcber. Die Stimmbeteiligung betrug 44,4 Prozent.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":256,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[873],"tags":[],"yoast_head":"\n